(Seite in Arbeit)

Schauspiel und ich 

 

 

Schauspielen.

 

Die Theaterbühne riechen. Flüstern. Huschende Gestalten. Jedes Geräusch vermeiden.

Ihr Auftritt bitte. Das Wunder des Theaters fühlen.

Gleisendes Bühnenlicht oder verhaltene Ausleuchtung. Den mühsam erlernten Text verstanden haben. Die Figur entwickelt. Tage, Wochen, Monate.

Jetzt ist der Moment. Jetzt entdecke den Text, die Figur neu. Jetzt zeige, ob Du sie/ihn verstanden hast.

Das wärs doch.

Die Bühnenarbeit an den großen Theatern sieht anders aus. Dein Klischee ist gefragt, nur die große Geste. Keine Pausen. Büroarbeit. Keine Entdeckungen, nur Wiederholung von schon hundertmal Wiedergekäutem, Widergekäutem.

Kunsthandwerk, wenn man Glück hat auf hohem Niveau.

Aber wer hat schon das Glück.

 

Oder das Filmset. Traum aller kleinen Mädchen und Buben. Tatsächliche Chance relativ schnelles Geld zu verdienen, bekannt zu werden, wenn du einmal im Verteiler bist - dann hast Du es geschafft. Die Wiedererkennbarkeit ist gefragt, nicht die Erarbeitung/Entdeckung neuer Figuren.

Schon gar nicht geht es mehr um Inhalte.

Ausnahmen bestätigen die Regel und sind Glücksfälle.

Aber wer hat schon Glück.

 

Mein Glück in der Schauspielerei war die Arbeit, das Entdecken, das Verstehen der Inhalte, sie zu transportieren. Meine Sicht zu transportieren.

Noch mehr bei der Regiearbeit.

 

Wen interessiert das schon.

In einer Welt über der in großen Lettern steht „bereichert euch“ muss verkauft werden. Der angebliche Publikumsgeschmack bedient werden.

Auch Revoluzzer haben da geschmäcklerisch zu sein. Den braven Bürgern die Buhrufe zu ermöglichen und die wohligen Schauer des Grausens über den Rücken zu jagen.

 

Keine Bitterkeit. Eher Trauer. Und gute Erinnerungen. Aber keine Lust mehr „Theater zu spielen“ – weil nicht einmal der Inhalt des Wortes „spielen“ verstanden oder vertreten wird. Die Premiere ist das non plus ultra. Für mich nur ein willkürlicher Punkt des Verstehens.

Der Vereinzelung in unserer Gesellschaft geschuldet noch gerne Soloprogramme. Die gut sein können, wenn man sie lange und intensiv vorbereitet. Die Arbeit bleibt immer unsichtbar. Und sogar von einigen Menschen verstanden werden, wenn man Glück hat.

Dann aber hat man Glück.

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